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Gedenk- und Erinnerungsarbeit

Hans Beimler: Vor 85 Jahren gingen 200.000 Menschen für ihn auf die Straße!

Am 1. Dezember 1936, wird der Tod von Hans Beimler datiert. Doch wer war Hans Beimler, welchem 200.000 Menschen bei seiner Beerdigung in Barcelona die letzte Ehre erweisen haben?

Am 1. Dezember 1936, wird der Tod von Hans Beimler datiert. Doch wer war Hans Beimler, welchem 200 000 Menschen bei seiner Beerdigung in Barcelona die letzte Ehre erweisen haben?
Hans Beimler wird am 2. Juli 1895 in München geboren. Im ersten Weltkrieg war er als Marinesoldat in Cuxhaven stationiert, wo er auch nach dem Krieg dem Arbeiter- und Soldatenrat angehörte und im Spartakusbund aktiv war. Als Gründungsmitglied der KPD ging er 1919 zurück nach München und beteiligte sich aktiv an den Kämpfen um den Erhalt der Münchener Räterepublik. Nach seiner kurzen Inhaftierung im Zuge der Niederschlagung der Räterepublik gründete Hans Beimler die KPD-Ortsgruppe München und war deren Vorstand im Stadtteil Nymphenburg.

1921 versuchte er eine Brücke zu sprengen, um einen Truppentransport zu verhindern. Für diesen Versuch musste er 2 Jahre in Festungshaft. Nach der Haftentlassung bestimmt die Arbeit für die Partei mehr und mehr sein Leben und er übernimmt wichtige Aufgaben für die Partei auf bayerischer Ebene. 1928 wird er für die Reorganisation der Parteiarbeit in Augsburg beauftragt. Hier beteiligt er sich erstmals direkt an der Parlamentsarbeit und sitzt als KPD-Abgeordneter im Stadtrat. Von April bis Juli 1932 ist er Mitglied im bayerischen Landtag, anschließend bis zur Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 Abgeordneter im Deutschen Reichstag.

Am 11. April 1933 wird Beimler verhaftet und für 14 Tage ins Polizeipräsidium nach München gebracht, wo er brutal gefoltert wird. Vierzehn Tage später wird er in das neu erbaute KZ Dachau deportiert. Dort gelingt es ihm, in der Nacht vom 8. auf den 9. Mai zu fliehen.
Sein im August veröffentlichter Erlebnisbericht: „Im Mörderlager Dachau“ ist das erste authentische Zeugnis über den Terror der Nazis in den Konzentrationslagern.

Bis 1936 setze er seine politische Arbeit in Prag und Zürich unter Emigranten fort, zuvor übernahm er die Leitung der „Roten Hilfe“ in Zürich. Am 5. August 1936 fährt er nach Barcelona und baut dort das „Thälmann-Bataillon“ als Teil der „Internationalen Brigaden“ auf, um die republikanische Seite gegen den Putsch der Faschisten zu unterstützen. Er war nicht nur der politische Kommissar des Bataillons, sondern innerhalb der Brigaden politischer Kommissar für alle deutschen Bataillone. Dank seiner Hilfe konnte damals ein deutschsprachiger Radiosender für die Antifaschisten in Barcelona in Betrieb genommen werden.
An seinem Todestag hat Hans Beimler die Stellungen der deutschen Bataillone vor Madrid besichtigt, als er erschossen wird. Der Todeszeitpunkt ist nicht ganz klar, als offizielles Datum wird der 1. Dezember 1936 angegeben, allerdings berichtet sein Mitbewohner aus Madrid in seinem Tagebuch, schon am 30. November von seinem Tod erfahren zu haben. Als wahrscheinlich gilt, das Beimler aus kürzerer Distanz mit einer Pistole erschossen wurde, was entweder auf einen geheimdienstlichen Mord oder einen Streit hindeutet. Als er auf dem Friedhof in Barcelona beigesetzt wird, zählt sein Trauerumzug 200 000 Leute.

Hans Beimler gilt zweifelsohne zu einem der wichtigsten und konsequentesten Antifaschisten Deutschlands, welcher sich in jeder Situation den Faschisten tapfer in den Weg stellte und sein Leben im Kampf gegen den Faschismus opferte!